Berichte aus fernen Regionen und besonderen Ereignissen

Datum: Februar 2019
Cairo
Assuan und Luxor
El Gouna

Ägypten
جمهورية مصر العربية

Von Assuan nach Luxor

đŸ“· zur Bildergalerie

Transfer nach Assuan

Wie die gesamte Reise war auch der Transfertag von Kairo nach Assuan mit
perfekt organisiert!

Wer eine individuelle Reise in diese Region plant, dem können wir diese Agentur nur empfehlen!

Die Abholung im Hotel erfolgte 30 Minuten vor der angegebenen Zeit – eine angenehme Überraschung, da wir ohnehin frĂŒher mit dem Auschecken fertig waren.

Am Flughafen wurden wir direkt an einen Mitarbeiter ĂŒbergeben, der uns mit vorbereiteten Bordkarten durch die Kofferaufgabe und die Sicherheitskontrolle brachte und uns anschließend noch mit ein paar Tipps verabschiedete.

In Assuan angekommen, wurden wir bereits direkt am GepĂ€ckband abgefangen und sofort zum Hotel gebracht. Da sich das Hotel auf einer Insel befindet, war die Überfahrt per Boots-Shuttle nötig. Unsere Koffer wurden vom Taxi ĂŒber das Boot direkt ins Zimmer gebracht – erstklassiger Service! (NatĂŒrlich nicht ohne das obligatorische Bakschisch...)

Im Hotel hatten wir exakt 10 Minuten zum "frisch machen", bevor bereits der zweite ReisefĂŒhrer eintraf. Mit ihm und einer Feluke ging es zur Besichtigung der Blumeninsel. Die EinfĂŒhrung war – sagen wir mal – minimalistisch: "Ziemlich viele BĂ€ume hier, schaut euch an, was euch interessiert – ich warte dann am Ende im CafĂ© auf euch." ?!?

Die "Blumeninsel" trĂ€gt ihren Namen zumindest im Februar zu Unrecht. Außer zahlreichen verschiedenen BĂ€umen waren alle Blumen noch im Winterschlaf.

WĂ€hrend der RĂŒckfahrt zum Hotel kam dann die nĂ€chste Überraschung: Abholung am nĂ€chsten Tag um 4:30 Uhr (!!), um den Sonnenaufgang in Abu Simbel zu erleben!

Na gut – was tut man nicht alles fĂŒr sein ausgegebenes Geld... 😉

 

Das Mövenpick Assuan zĂ€hlt zu den besten Hotels, die wir in unserer wirklich langjĂ€hrigen Reisezeit erleben durften! Ein wunderbares und großzĂŒgiges Ambiente im Eingangsbereich, nur zwei Stockwerke hoch, ebenso großzĂŒgig eingerichtete Zimmer, ein FrĂŒhstĂŒcks- und Abendbuffet, das keine WĂŒnsche offenließ, und dazu noch ein freundliches und humorvolles Personal – ein absolutes Spitzenhotel!

Der Blick aus dem Zimmer

Aber eine Anekdote aus der Bar muss ich an dieser Stelle noch loswerden:

Als wir zum Sundowner einen Martini bestellten, hatte ich mit vielen Nachfragen gerechnet:

  • "Weiß oder Rot?"
  • "Trocken oder SĂŒĂŸ?"
  • "Mit Zitrone?"
  • "Mit Eis oder ohne?"
  • Und meinetwegen sogar mit dem Bond-Klassiker: "GeschĂŒttelt oder gerĂŒhrt?"
    Aber nie im Leben hÀtte ich in einem 5-Sterne-Bunker mit folgender Frage gerechnet:
  • "What is Martini?"

Donnerwetter...

Abu Simbel

Assuan, 3:45 Uhr – der Wecker klingelt!

Wir also pĂŒnktlich, halb tot, los – und aus den angesagten 2,5 Stunden Fahrt wurden satte 3,5 Stunden (pro Strecke, wohlgemerkt!). Absolut öde Strecke (naja: heißt nicht umsonst: "WĂŒste" ...), aufgeheitert durch zahlreiche Polizeikontrollen und die daraus resultierenden Staus.

Kleines Highlight zwischendurch: Ein kurzer Toilettenstopp, gekrönt von einem wahren Meister der Abzocke: kein Toilettenpapier, keine SpĂŒlung, keine Seife, keine PapierhandtĂŒcher. Eine indische Dame, geschĂ€tzte 70plus, brachte es dem Typ, der dafĂŒr auch noch Geld verlangte, auf den Punkt: "Du bietest nichts (siehe AufzĂ€hlung) und willst dafĂŒr auch noch Geld!" Hands up for the Lady!

Und weiter ging’s. Aber wer hĂ€tte es gedacht – kein Sonnenaufgang in Abu Simbel! Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, sehr zur Verwunderung unseres Guides... Also ab zu den Tickets und rein ins volle Leben.

Unser Guide wollte offenbar abkĂŒrzen und fing an, einen Metallzaun auseinanderzunehmen. Die erbosten Aufseher machten ihm ziemlich lautstark klar, dass das keine Option ist – und wir mussten zurĂŒck zum regulĂ€ren Eingang. FremdschĂ€m-Faktor: Mega!

Schließlich standen wir vor dem großen Tempel, und Gott sei Dank erspĂ€hte unser FĂŒhrer einen Kollegen, dem er kurzerhand Bilder vom Inneren des Tempels entriss – denn eigene hatte er nicht dabei...

Die Bilder kann man im Großformat in der Bildergalerie ansehen.

Und dann wiederholte er den Spruch vom Vortag: "Schaut euch das in Ruhe an – ich warte dann im CafĂ© auf euch..."

Erst fragte ich mich, warum der Guide seine ErklĂ€rungen nicht direkt bei den Reliefs oder Malereien im Tempel gegeben hatte, aber sobald wir drin waren, wurde mir klar: Bei gefĂŒhlt 1.000 Asiaten um uns herum wĂ€re es unmöglich gewesen, auch nur eine einzige ErklĂ€rung zu verstehen.

Im Tempel selbst war es so dunkel, dass man die Wandmalereien kaum erkennen konnte. Und selbst wenn es heller gewesen wĂ€re, hĂ€tten wir nicht viel von den Reliefs gesehen – denn besagte Touristen blockierten sowohl die Sicht als auch jeglichen freien Zugang.

Das Fotografierverbot im Inneren des Tempels? Interessierte die Wenigsten – man muss ja zeigen, dass man da war...

Mal ganz ehrlich – Abu Simbel hat uns nicht sonderlich umgehauen. Die Statuen waren zwar groß – um nicht zu sagen riesig, aber nach all den Dokumentationen, die wir gesehen hatten, hatten wir erwartet, dass sie noch monumentaler wĂ€ren. Ich nenne es den "Stonehenge-Effekt": Der olle Steinkreis erschien uns im Original auch viel kleiner, als in den Dokumentationen dargestellt.

Es war irre voll, es nervte, weil jeder Bekloppte und sein Schwager Selfies von sich und den Statuen oder Inschriften machen musste. Man war sieben Stunden unterwegs – teils zu nachtschlafender Zeit – fĂŒr gerade einmal 30 bis 60 Minuten Tempelbesichtigung.

Wer es nicht weiß: Um Abu Simbel vor den ansteigenden Wassermassen des neu gebauten Nasser-Staudamms zu retten, wurde der Tempel in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und 64 Meter höher sowie 180 Meter seitlich auf einer Hochebene wieder aufgebaut:

Bei Klick öffnet sich ein neues Fenster
mit Lupenfunktion

Die Kosten fĂŒr diese Rettungsaktion beliefen sich auf 80 Millionen US-Dollar, die teils von der UNESCO, teils aus weltweiten Spenden stammten.

Mehr darĂŒber – sowie den Sinn und Zweck des Tempels – kann im Wikipedia-Artikel nachgelesen werden.

 

Den Nachmittag verbrachten wir mit Ausruhen und Regenerieren, und es war tatsÀchlich erst 20:00 Uhr, als wir in einen mumiengleichen Schlaf fielen!

Freitag:

Auschecken im Hotel, Einchecken auf dem Kreuzfahrt-Schiff – dazwischen ein Besuch des beeindruckenden Philae-Tempels.

Heute lief unser zweiter Guide endlich zur Höchstform auf!

Aber der Reihe nach: Auf unseren Wunsch hin wurde der frĂŒhe Programmpunkt (Besuch des Steinbruchs mit dem kaputten Obelisken) gestrichen, sodass wir den Tag entspannt um 9:00 Uhr starten konnten.

Erster Halt: Der Nasser-Hochdamm. Hier erhielten wir einige fĂŒr Technikbegeisterte durchaus interessante Informationen – zum Beispiel, dass das Wasserkraftwerk am Stausee ausreichend Energie fĂŒr das gesamte Land liefert. Oder dass die 12 Turbinen seit ihrer Fertigstellung Mitte der 1960er Jahre noch nie ausgetauscht wurden.

Dann ging es weiter zum Philae-Tempel – fĂŒr uns eine neue Entdeckung.

Wie Abu Simbel musste auch dieser Tempel verlegt werden, da er durch den Bau des Stausees unter Wasser gelegen hĂ€tte. Die Umsiedlung kostete "nur" 30 Millionen US-Dollar – und in lediglich vier Jahren wurde das gesamte Bauwerk 80 Meter angehoben und 600 Meter seitlich auf eine neue (jetzige) Insel versetzt.

Um dorthin zu gelangen, war eine Fahrt mit einem Motorboot nötig – eine Show fĂŒr sich! Der Platz der Shuttle-Boote glich einem Schwarm Piranhas, die um ihre Beute (Touristen) kĂ€mpften.

SpĂ€testens hier war uns klar, was in der Reisebeschreibung mit "nicht fĂŒr Personen mit motorischen EinschrĂ€nkungen" gemeint war: Da unser Boot nicht direkt am Kai lag, mussten wir ĂŒber drei kleine Boote klettern (Vorsicht – Kopf einziehen!), um zu unserem Boot zu gelangen. Ein japanischer Tourist hatte sich ĂŒbrigens das Bein gebrochen, als er versuchte, in das Shuttleboot zum Mövenpick-Hotel zu steigen.

Die Reliefs des Tempels sind noch sehr gut erhalten, doch viele Figuren wurden von religiösen Fanatikern zerstört. FrĂŒhe Kopten glaubten, dass durch das Gesicht auf einem Bild die Seele entweichen könne.


Und wer glaubt, dass Graffiti eine Erfindung der modernen Zeit sind, kann sich hier eines Besseren belehren lassen: Bereits im 19. Jahrhundert wurden Schmierereien hinterlassen – und das sogar von bekannten Persönlichkeiten: Darunter Ferdinand Lesseps (Erbauer des Suezkanals) und Alfred Brehm (ja, der mit seinem Tierleben).

Die detaillierten und sehr informativen ErzĂ€hlungen unseres Guides erspare ich euch an dieser Stelle, um niemanden mit zu vielen Fakten zu langweilen – aber die Bilder in der Galerie geben hoffentlich einen guten ersten Eindruck!

Von dort ging es dann ohne weiteren Stopp zum Einschiffen auf die Royal Ruby, wo wir uns eine Suite gebucht hatten – und das war definitiv die richtige Entscheidung! Eine normale Kabine wĂ€re fĂŒr uns beide nicht ideal gewesen – zum einen wegen der noch immer akuten HustenanfĂ€lle meiner Frau, zum anderen wegen des recht deutlichen Gewichtsunterschieds zwischen uns. 😅

In der Suite erwartete uns ein Queen-Size-Bett, das wir beide zunĂ€chst argwöhnisch beĂ€ugten. Aber naja – fĂŒr drei NĂ€chte wird das schon passen. Was allerdings gar nicht ging: nur ein einziges Bettlaken! So gern wir uns haben – das hĂ€tte einfach nicht funktioniert...

Als ich an der Rezeption freundlich nach einem zweiten Bettlaken fragte, war unser Guide zufĂ€llig in Hörweite – und sorgte dafĂŒr, dass wir nicht nur ein zweites Bettlaken, sondern gleich ein komplettes zweites Bett in den Vorraum der Suite gestellt bekamen! Langsam werden wir Freunde... 😉

Die Freude wurde allerdings leicht gedĂ€mpft, als wir erfuhren, dass das Schiff am nĂ€chsten Morgen um 3:00 Uhr (!!) ablegen wĂŒrde – und der erste Tempelbesuch bereits um 6:30 Uhr auf dem Programm stand. Hallo... Wir haben URLAUB! Das artet ja langsam in harte Arbeit aus. 😆

 

Als wir dann abends gemĂŒtlich mit unseren schottischen Tischnachbarn beim Essen saßen – da kamen SIE! Die Koreaner! Wenn ich es nur als "Horde" bezeichnen wĂŒrde, wĂŒrde ich eine perfekte Gelegenheit auslassen, das Wort Heuschreckenschwarm zu nutzen. 😅

Lautstark forderten sie ihre PlĂ€tze ein und plĂŒnderten sofort das Buffet – ohne Jacken, UmhĂ€ngetaschen oder Kopfbedeckung abzunehmen. Sehr unangenehm!

Mit einem halben Ohr hörte ich, dass die geschĂ€tzten 60 Koreaner von einem anderen Boot aufgenommen wurden – entweder weil es beschĂ€digt war oder nicht genĂŒgend ausgelastet. Da die Logistik unseres Schiffes darauf nicht vorbereitet war, gab es von da an spĂŒrbare EinschrĂ€nkungen beim Buffet, das sie jedes Mal Millisekunden nach Öffnung belagerten.

Als Abendbespaßung gab es dann Bauchtanz – allerdings war die vorfĂŒhrende TĂ€nzerin weder besonders talentiert noch besonders engagiert.

Und dann forderte sie (nach zwei anderen GĂ€sten) meine Frau zum Mittanzen auf... Großer Fehler!

Meine Frau tanzt gerne – und fĂŒr nordeuropĂ€ische VerhĂ€ltnisse sogar verdammt gut zu orientalischer Musik. 😉

Ich will nicht sagen, dass sie die angestellte TĂ€nzerin an die Wand getanzt hat – aber wĂ€hrend die Profi-Dame nur "höflichen Applaus" bekam, erhielt meine Frau stehende Ovationen! 😍

Ein EnglĂ€nder ließ sich sogar zu der Bemerkung hinreißen: "What an amazing dancer!"

StolzbĂ€r! (DEN mĂŒsst ihr euch von meiner Frau erklĂ€ren lassen... 😉)

Tag drölf (hab mittlerweile mein ZeitgefĂŒhl verloren...)

Heute wieder vor dem Aufwachen aufgestanden (6:00 Uhr) und zum Doppel-Tempel von Sobek (Krokodilgott) und Haroeris (eine Erscheinungsform des Gottes Horus) gegangen – natĂŒrlich erst, nachdem das Schiff in Kom Ombo angelandet war. Nach dem Philae-Tempel war das Ganze lediglich: nett!

Noch vor dem Mittag legten wir in Idfu (oder Edfu) an, um den nĂ€chsten Tempel zu besuchen – diesmal von Horus. Dorthin wurden wir mit Pferdekarren gebracht. An der Anlegestelle standen geschĂ€tzt 100 Kutschen, deren Fahrer lautstark um GĂ€ste warben. Man musste sich regelrecht durch die Kutscher und Anbieter unnĂŒtzer Souvenirs hindurchkĂ€mpfen. Auch hier waren wir wieder sehr froh, einen einheimischen Guide zu haben.

Er brachte uns souverĂ€n durch den Pulk aufdringlicher HĂ€ndler und Fahrer und wurde ihnen gegenĂŒber auch mal laut, wenn sie allzu penetrant wurden. Kaum auf der Pritsche der Kutsche, wurden wir sofort aufgefordert, in diese oder jene Kamera zu schauen, wo wir dann – natĂŒrlich ungefragt – fotografiert wurden.

Der Tempel selbst war sehr gut erhalten, und die ErklĂ€rungen unseres Guides waren ausgesprochen informativ. Er erzĂ€hlte uns einiges ĂŒber die medizinischen Möglichkeiten zur Zeit der Pharaonen anhand gefundener Papyri.

ZurĂŒck am Boot ĂŒberrascht es vermutlich niemanden, dass uns sofort das Bild von uns in der Kutsche angeboten – nein, das ist das falsche Wort – aufgedrĂ€ngt wurde. Ganze 2 Euro sollten wir dafĂŒr zahlen. Als wir dankend ablehnten und einfach weitergingen, wurde der fliegende HĂ€ndler (ab jetzt einfach "Schmeißfliege" genannt) auch noch aggressiv! Sicherlich war es klug, in diesem Moment keine Bilder zu machen...

Am frĂŒhen Abend passierten wir dann die Schleusen von Esna und wurden Zeugen eines kuriosen Spektakels.

Da unser Schiff zum Einschleusen sehr langsam fahren musste, tauchten plötzlich mindestens sieben kleine Boote auf, von denen aus HÀndler lautstark ihre Ware anpriesen.

Sie warfen in PlastiktĂŒten verpackte TĂŒcher und Decken ganze 10 Meter ĂŒber die Reling des Sonnendecks und versuchten, mit den (hauptsĂ€chlich koreanischen) GĂ€sten ins Feilschen zu kommen.

Ich habe keine Ahnung, wie der Wechsel Ware gegen Geld funktionierte, aber einige GÀste aus Fernost prÀsentierten ihre neuen Errungenschaften mit stolz geschwellter Brust.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise: Tal der Könige, Hatschepsut- und Karnak-Tempel.

Und wie es sich fĂŒr einen Höhepunkt gehört, mussten wir frĂŒhzeitig losfahren – also wieder den Wecker um 6:00 Uhr gestellt. (Wie war das nochmal mit "Urlaub"?!?)

Aber es war ein Höhepunkt – oder sollte ich sagen, DER Höhepunkt?

Zum Tal der Könige muss man wissen, dass es Mehrtagestickets gibt (Stand: Februar 2019) fĂŒr derzeit 100 Euro, mit denen man alle GrĂ€ber besuchen kann. Das Standard-Ticket fĂŒr umgerechnet 10 Euro ermöglicht den Eintritt in lediglich drei GrĂ€ber (von insgesamt bisher 64 gefundenen). Der eigentliche Eintritt ins Tal der Könige ist sogar frei, aber auch komplett unspektakulĂ€r – und damit den Preis absolut wert. 😆

Auf Anraten unseres Guides besuchten wir die GrÀber von:

  • Ramses Fragt der kleine Amenophis in der Hieroglyphen-Stunde seinen Lehrer:
    'Wird Ramses, der potente Herrscher, mit zwei oder drei Hoden geschrieben?'
    IX
  • Ramses Fragt der kleine Amenophis in der Hieroglyphen-Stunde seinen Lehrer:
    'Wird Ramses, der potente Herrscher, mit zwei oder drei Hoden geschrieben?'
    IV
  • Ramses Fragt der kleine Amenophis in der Hieroglyphen-Stunde seinen Lehrer:
    'Wird Ramses, der potente Herrscher, mit zwei oder drei Hoden geschrieben?'
    III

Die GrÀber von Tutenchamun und Seti kosten auf jeden Fall extra. Aber warum sollte ich mir die leere Grabkammer von Tut anschauen, wenn ich die gesamten SchÀtze daraus bereits im Museum in Kairo gesehen habe?!?

Dank der guten Vorbereitung durch unseren Guide konnten wir die Wandmalereien auch sehr gut nachvollziehen. Ein Beispiel zum Totengericht haben wir mal gesondert in ein W:ww gepackt:

Totengericht
(Wissen: wenig witzig) Text ein/ausblenden

Von dort ging es direkt um die Ecke zum Hatschepsut-Tempel – von dem ich mir allerdings wesentlich mehr versprochen hatte.

Der Tempel besteht fast nur aus Fassade, bei der zusĂ€tzlich von Hatschepsuts neidischem Nachfolger, Tutmoses III, alle Hinweise auf Hatschepsut in den Kartuschen ausgemeißelt wurden.

Aber dann kam der Karnak-Tempel!

Meine Frau hatte im Vorfeld bereits versucht, mich darauf vorzubereiten, aber darauf kann man kaum vorbereitet sein. Es hat mich komplett umgehauen!

Es fehlen die Worte, um den Gesamteindruck von Karnak zu beschreiben. Die Pyramiden sind monumental – keine Frage, aber der Karnak-Tempel hat auf vergleichsweise "kleinem" Raum (500 × 700 m ist klein? Naja...) SO viele riesige Pylone, Obelisken und SĂ€ulen (in der BlĂŒtezeit 134!) zu bieten, dass ein "blödes, spitz zulaufendes Steinviereck" dagegen fast langweilig wirkt.

Und wenn die Ägypter SĂ€ulen bauen, dann sprechen wir nicht von SĂ€ulen, sondern von SÄULEN – bis zu 21 Meter hoch!

Dazu die Widderallee (auch Sphingenallee genannt), zahlreiche Reliefs (teils gut erhalten, teils herausgemeißelt), noch mehr Sphinxe – und, und, und...

Das absolut Monumentale (habe ich dieses Wort jetzt eigentlich schon ĂŒberstrapaziert?) dieser Anlage mit einer normalen Fotokamera einzufangen, ist nahezu unmöglich.

Ich habe trotzdem versucht, ein paar reprĂ€sentative Bilder zu machen – vielleicht könnt ihr daraus ein wenig der Schönheit und Dimensionen in der Bildergalerie erkennen.

Einziger Wermutstropfen:
die vielen selbstverliebten Deppen, die leider bei jeder Besichtigung anzutreffen sind. 😅

Sie verrenken sich in tausenden lĂ€cherlichen Posen, um ihre perfekten Selfies zu schießen. Dass andere ebenfalls fotografieren möchten, bekommen sie gar nicht mit – voll peinlich!

Mit dem Besuch dieses Tempels war dann der kulturelle Teil unserer Reise abgeschlossen. Eigentlich hÀtten wir noch den Luxor-Tempel besuchen sollen, aber nach Karnak ist jeder andere Tempel nur noch ein blasser Abklatsch. Daher haben wir uns diesen Programmpunkt geschenkt...

...und ab jetzt konnten wir den entspannenden Teil der Reise genießen!


Ach ja, noch ein Wort zur "Kreuzfahrt": Das eigentliche Fahren, bei dem man den Nil und die Ufer bestaunen kann, belief sich auf gerade einmal 8 Stunden netto:
08:00 bis 12:00 Uhr und dann wieder 14:00 bis 18:00 Uhr.

Danach lagen wir zweieinhalb Tage in Luxor fest, eingekeilt zwischen zwei anderen Schiffen – sodass wir von unserer tollen Suite einen ebenso "tollen Ausblick" hatten...

Das hatte weder etwas mit Kreuz noch mit Fahrt zu tun! 😆