Frankfurt 2017

„Europapokal...“

von Christian Albrecht


November bedeutet zum einen dunkle, meistens kalte und ungemütliche Tage, aber zum anderen auch Zeit für die jährliche Squash-Meisterschaft...

Nach dem letztjährigen, für einige fast traumatischen, Abschneiden als Dritter machte sich in diesem Jahr ein kleines Hamburger Team auf den Weg nach Mainhattan. Die Mannschaft setzte sich aus Jan Rauer, Thomas Schmidt, Fabian Francke, Christian Albrecht und Conny Keil zusammen; auf die in den letzten Jahren immer mitspielende Susann Krahmer aus Stuttgart mussten wir diesmal krankheitsbedingt leider verzichten.

Somit konnten wir zu jedem Spiel nur mit einer Dame antreten. Und es sollte noch schlimmer werden…

Los ging es natürlich mit der gemeinsamen Anreise. Naja, eigentlich standen nur Conny und Christian am Freitag Mittag am Hamburger Hauptbahnhof. Fabi hatte nämlich irgendeinen Fake-Termin im Hochhaus und war mit dem Wagen vorgefahren und Jan war „very busy“ und konnte erst abends nachkommen. Das Motto des letzten Jahres war „Einmal mit Profis arbeiten“ und hätte zum Reisestart gleich recycelt werden können: Erst verwechselte Conny die Abschnitte A und F am Bahnsteig und bei Einfahrt des Zuges teilte die Deutsche Bahn freundlich mit, dass man die Waggonfolge komplett geändert hat. Dem Chaos konnte aber getrotzt werden und so folgte eine entspannte Anreise, diesmal mit alkoholischen Getränken (auch Christian, nach der letztjährigen Kritik!); festzuhalten bleibt, dass unser Sitznachbar sich über Stunden mit einer Trecker-Zeitschrift (jawohl, Trecker) beschäftigte…

Nach Ankunft im Hotel ging es umgehend zum Get-together-Abend in die Schankwirtschaft „Lorsbacher Thal“ in Sachsenhausen, wo alle hessischen Spezialitäten, wie „Äppelwoi“ und „Grie Soß“ auf der Speisekarte standen. Immer wieder schön, nach einem Jahr viele alte Bekannte zu begrüßen. Im Laufe des Abends beantragte Conny dann, bedingt durch ihre längere Verletzung, ihrem Alter und sonstigen Ausreden, künftig an Position 3 bei den Damen zu spielen (merkst selber!?). Nachdem dieser Antrag völlig zu recht abgelehnt wurde, setzte sie auf die Wunderwaffe Sauerkraut und Voltaren – und auf Kartoffelstampf, der vergessen wurde und dann lange nach dem Essen „als Nachtisch“ nachgereicht wurde. Diesen hatte Conny maßgeblich einem jungen Österreicher zu verdanken, der sich als Hamburg-Fan (mit Astra-Aufkleber!) outete – nicht der letzte Mann an diesem Wochenende, der sich sehr fürsorglich um Conny kümmerte :-)! Apropos Bedienung… Vergessen sollte man an dieser Stelle nicht den zweiten „etwas kräftigeren“ Kellner, der in den engen Räumlichkeiten wirklich jeden Teilnehmer mit seinem Hinterteil „liebkoste“ (das war nicht schön!!). Der Abend endete für Fabi und Thomas mit einigen anderen Teilnehmern im „Butzenstübchen“ und „Oberbayern“…

Samstag Morgen um 8 Uhr stand dann die Abfahrt zum „Sports Up“ in Darmstadt an; immer noch herrlich gelegen im Gewerbegebiet... Auch in diesem Jahr überforderte diese Uhrzeit Jan (trotz ausgiebiger Schlafzeit); diesmal vergaß er seine Schläger :-)…. Ebenso in die Kategorie „Wie immer“ einzuordnen war die Autofahrt mit Thomas, der im Formel-1-Tempo über die Autobahn jagte und fast die Ausfahrt verpasste (trotz rechtzeitiger und mehrfacher Navi-Ansage), da er grundsätzlich nicht auf Frauen hört… Wie wär es dann mit einer männlichen Navi-Stimme!? Zudem ist bei ihm das Navi auch immer an allem schuld - bestimmt auch an dem abgefahrenen Seitenspiegel :-) !?

Zum Auftakt ging es gegen das Team aus Hannover. Christian durfte zuerst ran und sorgte für deutlich unentspannte Gesichter bei Fabi und Jan, nachdem er den ersten Satz verloren hatte. Glücklicherweise konnte er das Spiel aber noch wenden und am Ende stand ein klarer 4-1-Sieg (somit hatten alle Hamburger gewonnen).

Es folgte dann das Spiel gegen Frankfurt 2; diesmal spielte Fabi anstelle von Christian und siegte -trotz anfänglich verkehrt herum angezogener Hose- und trug damit zum Gesamtsieg bei. Getrübt wurde der Sieg durch Conny’s Ellenbogen, der sich wieder schmerzhaft bemerkbar machte, und ein vernünftiges Weiterspielen unmöglich machte.

Somit war klar, dass ab sofort die drei Herren jedes ihrer Spiele gewinnen mussten, um den Gesamtsieg sicherzustellen. Der immer wieder gern genutzte Spruch „Unter Druck entstehen Diamanten“ wurde von einem einzelnen Herrn mit der Aussage „Dieser Druck macht mich wahnsinnig“ kommentiert…

Wie auch immer, dem Druck konnte in der Vorrunde weiter standgehalten werden und Jan, Thomas sowie Christian / Fabi (im Wechsel) brachten gegen Stuttgart 2 und die Titelverteidiger aus München immer ihre Spiele durch, so dass jeweils am Ende zwei 3:2-Siege standen.

Dies bedeutete den Gruppensieg und den Einzug als Tabellenerster ins Halbfinale; hier warteten nun unsere Freunde von Stuttgart 1. Auffällig bis dahin waren der unendliche „Kuschelalarm“ von Conny und Uwe sowie die regelmäßigen Schlafeinheiten von Jan zwischen seinen Spielen, dem eigentlich nur noch ein richtiges Kissen auf dem Sofa fehlte…

Aber somit war er mehr als ausgeschlafen, als das Halbfinale losging. Es folgte wieder ein total souveräner Sieg und danach konnten auch Thomas und Fabi dem Druck standhalten, so dass der nächste 3:2-Sieg klar ging und damit der doch etwas überraschende Finaleinzug.

Im zweiten Halbfinale standen sich die beiden Frankfurter Mannschaften gegenüber und es roch zwischenzeitlich nach einer Überraschung, als Team 2 mit einer 2:1-Führung in die beiden letzten Einzel ging. Am Ende konnte sich aber die erste Mannschaft dann doch durchsetzen, so dass mit Hamburg 1 und Frankfurt 1 wieder „zwei alte Bekannte“ um den Pokal spielen durften.

Trotz des engen Halbfinalsieges waren die Frankfurter im heimischer Spielstätte der klare Favorit; mit einer „automatischen“ 2:0-Führung begannen die Herrenspiele und es musste nur ein Frankfurter Mann sein Spiel gewinnen, um den Pokal „daheim“ zu behalten. Diese Konstellation sorgte für eine gewisse Portion Zuversicht bei den Hessen… Diese sollte sich auch anfänglich bestätigen; aber Fabi ließ sich auch von einem 2:8-Rückstand im ersten Satz nicht aus dem Konzept bringen (erst recht nicht, nach Christian’s strengem Blick) und drehte den Satz (11:8) und letztendlich das Spiel zu seinen Gunsten.

Nun war Thomas gegen Jürgen gefordert und der erste Satz trieb die Hamburger vor dem Court fast in die Verzweiflung und die Frankfurter schon zum Sekt-Kaltstellen. Thomas traf nur falsche Entscheidungen und dafür keinen Ball, ein klares 1:11 stand am Ende auf dem Zettel und die Frankfurt waren nur noch einen Satz von der Meisterschaft entfernt. Die Pause nutzte Thomas aber zum Durchpusten, neuer Konzentration und Motivation. Diese Kombination nutzte er, um sich in das Spiel „reinzubeißen“ und Punkt für Punkt zu machen – und das Spiel schlussendlich mit 2:1-Sätzen für sich zu entscheiden – großartig!

Nun stand es 2:2 und das Spiel der Einser stand an. Andre Hübscher aus Frankfurt gegen Jan, beide in der deutschen Rangliste vertreten – Andre aber dabei 40 Plätze (!) vor Jan. Es folgte ein starkes und spannendes Spiel mit überragenden Schlägen von beiden Spielern – aber Jan hatte auf fast jeden Schlag von Andre eine gute / bessere / sensationelle Antwort und brachte den ersten Satz hartumkämpft nach Hause. Der zweite Satz war dann eine beeindruckende Leistung von Jan, der nun das Spiel vom ersten Ballwechsel dominierte und das Geschehen diktierte. Fast schon locker sammelte er Punkt für Punkt und baute seinen Vorsprung aus, um dann auch den letzten Punkt zu machen und damit den überraschenden Triumph für die dezimierte Hamburger Mannschaft perfekt zu machen. Es folgte grenzenloser Jubel auf Hamburger Seite und etwas konsternierte Gesichter bei den Frankfurtern….

Grundsätzlich muss an dieser Stelle aber festgehalten werden, dass sich Conny natürlich „geopfert“, in den Court gestellt und alles versucht hätte, wenn einer der Herren verloren hätte. Aber die Herren haben sich als Vorzeige-Gentlemen gezeigt und ihr jeglichen Schmerz erspart :-).

Die Pokalübergabe und die große Abschlussparty fanden im „Galileo“ statt und es folgte wieder eine ordentliche Party – besonders die Hamburger feierten ihren Sieg ausgiebig. Nach den „Schwierigkeiten“ bei der Getränkeversorgung im letzten Jahr sorgten Jan und Fabi mit ihrem Einkauf von zwei (günstigen :-)) Flaschen „Havana Club“ bei Rewe für das entsprechende Meisterschaftsgetränk….

Thomas genoss dabei den Triumph besonders intensiv; neben dem erwähnten Getränk probierte er auch definitiv jedes andere alkoholische Getränk auf der Karte ! Und am Ende des Abends lief er glückseelig mit dem Pokal in der Hand die Kaiserstraße entlang und sang dabei laut „Europapokal…“ :-)…

Auf ein Neues 2018 in Nürnberg ! Die Titelverteidigung steht an…

Nach diesem Wochenende bleibt zudem festzuhalten:

  • Jan hat mit diesem Pokalgewinn seinen Alptraum aus dem letzten Jahr besiegt
  • Thomas schnarcht immer noch (trotz Medikamente, Therapie und sonst was…)
  • Ab 50 schläft man im Einzelzimmer (das löst in 2018 das vorstehende Geräuschproblem :-))
  • Conny hat auf der abendlichen Party noch eine sehr intensive (und fürsorgliche) Massage von Bernd aus München erhalten! Natürlich ihres Ellenbogens :-)...
  • Die Rückfahrt verlief ruhig und nahezu problemlos – von der Deutschen Bahn mal abgesehen, die in dem überfüllten Zug keine Anzeige der Reservierungen hinbekam, so dass es einige lebhafte Diskussionen gab.