Stuttgart 2014

„Die Zeiten ändern sich: Frischgepresster O-Saft, stilles Wasser und Tee...“

von Christian Albrecht


Nachdem mal wieder ein Jahr wie im Flug vorbeigerauscht war, standen im November die alljährlichen Meisterschaften, diesmal in Stuttgart, an. Bedingt durch das Karriereende von Martin (Wilcke) und eine Verletzung bei Susanne (Eggersglüss) war klar, dass die Titelverteidigung eher in die Kategorie "mission impossible" gehörte. Aufgrund diverser Ausreden anderer Mannschaftsmitglieder machte sich dieses Jahr dann sogar nur eine ganz kleine Truppe auf den Weg ins Schwabenland; Hamburg war somit nur mit einer Mannschaft vertreten, diese setzte sich zusammen aus: Thomas Schmidt, Christian Albrecht, Fabian Francke, Conny Keil und Susann Krahmer (in Stuttgart kurzfristig verpflichtet).

Da Thomas und Fabian mit dem Auto anreisten, fanden sich am Freitag Mittag am Hamburger Flughafen nur Conny und Christian ein, um die Reise nach Stuttgart anzutreten. Im Gegensatz zu den Vorjahren, wo ausschließlich alkoholhaltige und vor allem "innovative" Getränke zum Reiseproviant gehörten, wurde diesmal frischgepresster O-Saft, stilles Wasser und Tee konsumiert - wie sich doch die Zeiten ändern.... Zur Entschuldigung muss aber festgehalten werden, dass Christian durch seine Asien-Reise, von der er erst am Vortag zurückgekehrt war, mit Jetlag und Erkältung gesegnet war und Conny sich irgendwie solidarisch erklärte.

Nach einem ruhigen Flug (bei dieser Getränkeauswahl auch kein Wunder) wurde pünktlich Stuttgart erreicht und dann, trotz Fliegerbomben-Entschärfung, auch das Hotel in Bad Cannstatt. Das Come-together fand dann abends im "Kursaal" bei Käse-Spätzle und andere schwäbischen Köstlichkeiten statt - und hier wurde dann auch Alkohol getrunken! Da die Hamburger Mannschaft zu diesem Zeitpunkt noch zu viert war, versuchte Thomas (mit verspäteter Ankunft aufgrund seines Sonderauftrages von Herrn Beumer mit akuter "Management Attention") sehr motiviert unter den Bedienungen eine zweite Dame zu akquirieren. Fast wären seine Bemühungen sogar vom Erfolg gekrönt gewesen - behauptet er zumindest... Naja, am Ende unterstützte uns Susann, die im vergangenen Jahr bereits bei Hamburg II mitspielte.

Samstag Morgen ging es dann im Fahrzeugkonvoi nach Waiblingen zur Squash-Anlage. Die Hamburger Mannschaft wurde sicher von Fabi chauffiert, die Alternative wäre Thomas in seinem bekannten weißen PORNO-Mercedes in Überschallgeschwindigkeit gewesen. Ergänzung: Der Mercedes wird in ein paar Wochen abgegeben und dann fährt Thomas einen Skoda Scout - wie sich doch die Zeiten ändern....

Nun zum sportlichen: Nach einem souveränen 4:1-Auftaktsieg gegen Stuttgart II folgte eine irgendwie nicht eingeplante 2:3-Niederlage gegen London/Zürich, so dass vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Bremen mit einem Mal sogar ein frühes Ausscheiden drohte - dies konnte aber mit einem klaren 4:1 abgewendet worden.

Bedingt durch ein wenig Losglück, so dass man neben den drei Vorrundensiegern als vierte Mannschaft für das Viertelfinale gesetzt wurde, wartete nun Frankfurt II im Kampf um das Halbfinale auf uns. Was folgte, war ein Spiel, das an Dramatik nicht zu überbieten war. Nach einer Niederlage von Susann und einem Sieg von Fabi stand es 1:1, als Thomas sein Spiel überraschend verlor und Conny im dritten Satz zwei Matchbälle gegen sich hatte, so dass nun definitiv das Turnier-Aus drohte. Mit voller Konzentration, der entsprechenden Erfahrung und auch dem nötigen Quäntchen Glück konnte sie aber die Matchbälle abwehren und den dritten Satz mit 12:10 für sich entscheiden, so dass nun Christian's Spiel entscheiden musste. Christian fand im ersten Satz überhaupt keinen Rhythmus und verlor diesen klar und deutlich (und seine Aussage in der Satzpause war mit einem sehr leidigen Blick, dass das nix wird und nichts geht und überhaupt…Anmerkung des Lektors), so dass sich bei den Frankfurtern die Hoffnung breitmachte den amtierenden Titelträger aus dem Turnier zu werfen. Die Hoffnung verursachte aber bei Christian's Gegner eher Druck und er verlor seine Leichtigkeit des ersten Satzes, machte mit einem Mal viele Fehler, so dass Christian das Spiel noch drehen konnte und mit einem 2:1 den Einzug ins Halbfinale klarmachte. Dieses Match und die damit verbundene Spannung kommentierte Conny mit den Worten "Ich brauch' jetzt etwas Warmes - oder ein Bier!"; diese Aussage wiederholte sich im Laufe des Nachmittages noch mehrmals…

Im Semifinale warteten dann die Meister von 2011, München II. Der Auftakt versprach nichts Gutes - Susann und Conny verloren, so dass nun eine Aufholjagd erforderlich war. Nach Siegen von Fabi und Christian wurde diesmal Thomas die Verantwortung bei einem 2:2-Spielstand übertragen und nach einem hartumkämpften Spiel, bei dem Carsten keinen Ball verloren gab, gewann Thomas letztendlich doch klar mit 2:0, so dass mit einem 3:2-Sieg der wiederholte Finaleinzug gelang - bei diesen Vorzeichen und Widrigkeiten eine echte und niemals erwartete Sensation.

Im Finale standen bereits Frankfurt I, die in Bestbesetzung souverän durch das Turnier marschiert waren. In dieser Konstellation hatten die Hamburger diesmal leider keine Chance, auch wenn sie sich wirklich gewehrt und alles gegeben haben; der klare und verdiente Turniersieg gebührt den Frankfurtern. In aller Bescheidenheit sei festgehalten, dass der "schönste" Punktgewinn aber an die Hamburger ging - Christian gelang mit dem Rücken zur Stirnwand durch die eigenen Beine ein Passierschlag, der nicht nur bei seinem Gegenspieler Staunen hervorrief. Danach gab es auch endlich das Bier für Conny und es ging in die wohlverdiente Sauna, um die Schmerzen zu lindern; ferner gab es die ersten Vize-Meister-Getränke, die vielleicht auch Grund für Thomas' interessante Aussage "Wir haben doch alle Welt der Zeit" war, als es um die Rückfahrt zum Hotel ging.

Die Siegerehrung und Abschlussparty fanden dann in Bad Cannstatt im "87" im Kellergewölbe statt (für die Statistik: Cuba libre € 6,--), wo nach der dringend erforderlichen Nahrungsaufnahme dann die Tanzfläche gestürmt wurde! Es ist jedes Jahr faszinierend, wie nach einem langen Squashtag doch noch abgefeiert werden kann; auch Conny gehörte dazu, die allerdings erst mit einem doppelten Espresso wiederbelebt werden musste. Zudem sei an dieser Stelle ausdrücklich Thomas erwähnt, der John Travolta wirklich eindrucksvoll alle Ehre machte und zu später Stunde das "87" mitabschloss - Respekt! Achja Thomas; er schnarcht immer noch (es ist aber deutlich besser geworden) und las am Sonntag Morgen als erstes (noch im Bett liegend) - als der Verfasser dieser Zeilen versuchte seinen Ganzkörper-Muskelkater irgendwie in den Griff zu bekommen - die aktuellen Stellenangebote im Jobportal - hierfür gibts keinen Respekt!

Nach einem abschließenden Frühstück machten sich dann die Mannschaften auf den Heimweg - einen großen Dank verdienen die Stuttgarter, die ein wirklich tolles Turnierwochenende organisiert haben. Im kommenden Jahr geht es nach Hannover; sollten die Niedersachsen aus organisatorischen Gründen die Ausrichtung nicht hinbekommen, haben sich bereits die Nürnberger als Ersatz bereiterklärt. Und dann ändern sich hoffentlich wieder die Zeiten - diesmal bei der Getränkeauswahl auf der Anreise und bei der Anzahl der Mitreisenden...