München 2012

„Die Geschichte der 10 kleinen Jägermeister (*)

von Christian Albrecht

(*) politisch korrekt habe ich mich für die Version der Toten Hosen entschieden

 

und mal wieder mit Anmerkungen von Jörg Voigt


November-Zeit ist Meisterschaftszeit… Und nachdem die letzten 12 Monate gefühlt wie im Flug vergangen waren, standen Anfang November die alljährlichen Squash-Meisterschaften in der bayerischen Landeshauptstadt an; der Stadt des aktuellen Titelträgers.

Die letzten Wochen (teilweise sogar Tage) vor den Meisterschaften entwickelten sich für die Hamburger Mannschaften als abgewandelte Geschichte der berühmten „10 kleinen Jägermeister“. Nachdem in den ersten Planungen noch von einer Reisegruppe in der Grössenordnung von 18 Leuten auszugehen war und Spartacus schon Schweissperlen auf der Stirn hatte, wie er das

a) den Münchnern erklären und
b) organisatorisch-finanziell meistern sollte,

reduzierte sich die Mannschaftsstärke vor den Meisterschaften sukzessive und deutlich, so dass am Ende Hamburg I mit Thomas Schmidt, Christian Albrecht, Fabian Francke, Conny Keil und Yvonne Wassmuth antrat und Hamburg II mit Jörg Voigt und Thorsten Wenck mit Nürnberger und Stuttgarter Unterstützung als „Old-All-Stars“-Team antrat. Einen besonderen Dank gebührt an dieser Stelle Sabine Wenck, die das „Groupie“-Schild in diesem Jahr alleine hoch hielt; wie immer ganz souverän...

Die Anreise nach München sorgte dann bereits für die ersten Geschichten; deshalb sind Heimturniere auch irgendwie langweilig. Angefangen damit, dass unser Spartacus nicht mit dem gemeinen Fussvolk mit Air Berlin flog, sondern sich für die dekadente Variante mit der Lufthansa inkl. Lounge-Aufenthalt entschied (immer diese Vielflieger…)! Niveau sieht nur von unten wie Dekadenz aus...

Gefolgt von der Aufregung der Familie Wenck, beim Check-In das „kleine“ Wochenend-Reisegepäck plötzlich und unerwartet auf zwei Gepäckstücke umzupacken; besonderes Augenmerk galt hier aber dem „Astra Arschkalt“ (unserem Gastgeschenk); sehr löblich… Dass auch die Einnahme des Sitzplatzes für eine Anekdote sorgen kann, bewies dann Fabian, der sich eine leichte Gehirnerschütterung zuzog, als er dem „Airbus“ mit dem Kopf einer Materialüberprüfung unterzog. Naja, vielleicht lag es auch an der drohenden Dehydrierung, so dass umgehend nach dem Start diverse Flüssigkeiten vom Bordpersonal angefordert wurden; Conny testete hier als Einzige die alkoholfreien Getränke….
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Das Schöne an Reisen ist, dass man die Möglichkeit bekommt, fremde Menschen und vor allem fremde Kulturen kennen zu lernen; aus diesem Grund suchte die Hamburger Reisegruppe auch umgehend nach der Landung, direkt am Münchner Flughafen, das „Airbräu“ auf, um sich hier mit den kulinarischen Gebräuchen des Landes vertraut zu machen. Es stellte sich dabei heraus, dass „isotonisches“ Hefeweizen interessante Gespräche und Diskussionen über die Haltbarkeit & Dichtigkeit der menschlichen Blase auslösen; genau wie über richtige Medikamenteneinstellungen. Es werden aber auch Geheimnisse gelöst, wie zum Beispiel, dass die Stimme von Susi („Herzblatt“ - voll 80er!!) Fabis Mutter gehört (oder etwa doch nicht!?). Aber dass Fabis Kamera bei jedem Foto Rauchzeichen abgab, ist dagegen unbestritten!!
Irgendwann ging es dann in einer überfüllten S-Bahn (ÖPNV wird völlig überschätzt!!) Richtung Hotel und von dort im Großraumtaxi zur Come-Together-Veranstaltung ins „Pappasito’s“. Was sich auf dieser Fahrt auf den Notsitzen im Heck zwischen Sabine und Fabi (verbal) abspielte, erinnerte irgendwie an Dustin Hoffmanns Film „Die Reifeprüfung“ bzw. Peter Maffays Song „Und es war Sommer“…

Die Konsequenz war jedenfalls, dass Thorsten und Sabine im „Pappasito’s“ vom gleichen Wein jeder für sich einen halben Liter bestellten, anstatt die (günstigere) 1-Liter-Karaffe! Naja, vielleicht war es auch nur Zufall… Ansonsten gilt es, über diesen Zeitabschnitt den Mantel des Schweigens zu legen; aus irgendwelchen Gründen war nämlich die Reservierung verloren gegangen und es entwickelte sich ein Veranstaltungsdesaster. Wenigstens haben wir Hamburger noch einen Tisch zum Essen gehabt (was nicht alle Teilnehmer von sich behaupten können). Aus diesem Grund wechselte ein Großteil der Gäste die Location und wir fanden im „Augustiner“ eine neue Heimat. Hier war für die meisten Endstation, da am nächsten Morgen bekanntlich sportliche Aktivitäten anstanden. Fabi wollte dagegen noch „Land & Leute“ kennen lernen und kehrte erst gegen 3 Uhr in's Hotel zurück. Festzuhalten bleibt, dass er sehr viele Eindrücke gesammelt hat, die er morgens immer noch nicht wirklich verarbeitet hatte; selbst die „Analyse“ der zurückliegenden Nacht anhand umfangreichen Bild- und Videomaterials konnte dabei nicht helfen bzw. sorgte nachträglich eher für weitere Irritationen.

Die Fahrt Richtung Squashanlage mit Busfahrer „Tasche ab“-Milan entpuppte sich als Stadtführung der besonderen Art: „Rechts seht Ihr die meistbekotzte Coba-Filiale Deutschlands“ (Anmerkung: Direkt an den Wies'n gelegen).

Dann stand aber der Sport im Vordergrund; Hamburg startete das Turnier mit einem 5:0-Sieg gegen Stuttgart II und durfte dann -dank einer sehr „individuellen“ Münchner Setzliste- gegen Nürnberg, unserem Kontrahenten aus diversen Finalspielen der letzen Jahre, im letzten Vorrunden(!)-Spiel um den Einzug in die Finalrunde spielen. Dabei machten dann Thomas und Yvonne mit klaren 2:0-Siegen und vor allem Conny mit einem hartumkämpften 2:1-Erfolg die Finalrunde klar, so dass Christians und Fabis Niederlagen keine Konsequenzen hatten.

Hamburg II, die ihre Nummer 1 im Schnick-Schnack-Schnuck-Verfahren ausgewählt hatten, gewann ihr Auftaktmatch gegen Bremen, verloren dann aber gegen Frankfurt und spielten somit um die Plätze 5 bis 8. Hier verlor man dann gegen München I (auch Spartacus unterlag diesmal sein jährliches Duell gegen Pitt) und im Anschluss auch gegen Nürnberg und Hannover, so dass man das Turnier als 8. beendete.

Für Hamburg I begann die Finalrunde mit einem ungefährdeten 4:1-Sieg gegen Stuttgart I; was folgte war dann eine kleine Sensation: Es gelang gegen den Titelverteidiger aus München die Revanche für die Finalniederlage 2012! Mit einem klaren, aber absolut verdienten, 4:1-Sieg (nur Christian unterlag) hatte vorher keiner gerechnet; und irgendwie hinterher auch keiner…

Somit gab es am Ende, anders als von der Turnierleitung geplant, doch ein richtiges Endspiel; die beiden ungeschlagenen Mannschaften aus Hamburg und Frankfurt trafen zum ultimativen Finalspiel aufeinander. Hier siegten die Frankfurter dann aber absolut deutlich und auch verdient mit 4:1; Yvonne holte dabei den Hamburger Ehrenpunkt.
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Nach einem langen Sporttag fand dann die Abendveranstaltung im Englischen Garten in der Location „Chinesischer Turm“ statt. Hier passte dann einfach alles; das Essen und die Getränke waren klasse (Anmerkung: Bacardi-Cola kostete nur € 4,50; damit Platz 2 hinter Magdeburg) und danach wurde ordentlich „abgefeiert“ und spätestens hier stürmten die Hamburger auf Platz 1! Als die Frankfurter schon lange im Bett waren, sorgten die Hamburger Reisegruppe noch für Stimmung; es sei nur Fabis „Moon-Walk“ (?) auf dem Buffet-Tisch erwähnt…
Von der Abendveranstaltung und insbesondere auch der gemeinsamen Rückfahrt ins Hotel bleibt Thomas aber mit Abstand am eindrucksvollsten in Erinnerung:
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  • Nach seinen Auftritten auf der Tanzfläche ist er hoffentlich bei der nächsten Ausgabe von „Let’s dance“ dabei...
  • Er ist auf dem Heimweg von einer Party nicht gerne alleine; seine Wiedersehensfreude vor dem „Chinesischen Turm“ war ein Traum...
  • Seine Opferbereitschaft für das Team ist überragend! Nur um eine Fahrgelegenheit zu organisieren, den Kampf gegen einen Nachtbus auf freier Strecke aufnehmen zu wollen – grandios.
  • Auch wenn das wohl irgendwie sein altes Vietnam-Trauma(!) auslöste! Wer hätte gedacht, dass Thomas ein alter Vietnam-Veteran ist!? Seine Geschichte war auf jeden Fall faszinierend... Ob er in einer Einheit mit Rambo war?
  • Abschliessend war sein Sekundenschlaf im Taxi mehr als beeindruckend; zum Glück hatte er Fabis Schulter zum Anlegen (ich verzichte absichtlich auf das Wort „ankuscheln“)…
Irgendwann waren wir dann aber alle im Hotel, konnten zumindest ein paar Stunden schlafen, um dann nach einem kurzen, gemeinsamen Frühstück die Heimreise wieder anzutreten. Warum wir im übrigen die Wartezeit am Flughafen mit einer weiteren Runde „isotonisches“ Hefeweizen überbrücken mussten, erschliesst sich mir immer noch nicht ganz (Anmerkung: Nach dem zweiten Schluck schmeckte es aber überraschenderweise trotzdem gut…).

Und 2013? Die Sieger aus Frankfurt erklärten sich spontan zur Ausrichtung bereit! Diesmal aber bitte ohne monetäre Nachforderung in vierstelliger Höhe...