Termin: Februar / März 2019

Cairo
Assuan und Luxor
El Gouna
Bakschisch

Ägypten – Ausspannen

Luxor

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Am siebten Tage sollst Du ruhen ... nunja: wir brauchten 9 Tage dafür. Denn nach 9 Tagen kultureller Druckbetankung tat ein Tag faulenzen im Hotel mal ganz gut. Und was für ein Hotel das war! Das Maritim Jolie Ville Kings Island. Und wie Könige fühlten wir uns auch! Ein extrem weitläufiges Areal, in dem die Zimmer in sechseckigen Bungalows untergebracht waren, die weit über das Areal verstreut lagen. Zum Zimmer wurden wir mit einem Golf-Kart gebracht. Und als ich das Zimmer betrat, wünschte ich mir auch ein Golf-Kart, um zum Badezimmer zu kommen. Solch ein riesiges Zimmer, nebst ebensolchem Bett hatten wir noch nie! Als meine Frau einmal nieste, gab es ein tolles Echo...

Der Service der Angestellten stand dem Gelände in nichts nach. Als ich einmal versuchte, mir ein Glas Wein nachzuschenken, stand sofort eine Servicekraft hinter mir, die mir die Flasche abnahm und das Einschenken übernahm. Diesmal musste ich einmal am Tisch niesen. Sofort reichte mir jemand vom Service ein frisches Papiertuch.
Nur kauen mussten wir selber.

Die Bar des Hotels war im englischen Stil eingerichtet, doch konnte man die Anzahl der Besucher leider an einer Hand abzählen. Wir haben uns selten in einem Hotel so wohl gefühlt!

Oder um es mit einem Satz zusammen zu fassen: Das Hotel in Luxor war echt luxoriös! (Kalauer #3)

 

Transfer nach El Gouna

Unterschied zwischen Reisegruppe und Individualreise:

Reisegruppe: "Soo - einmal durchzählen: 1, 2, 3, ... 19 ... da fehlt noch einer, wir warten noch kurz..."

Individual: "So, wenn Ihr wollt, dann können wir jetzt losfahren!"

---

Reisegruppe: "Wir holen Sie morgen um 5:30 vom Hotel ab - verspäten Sie sich nicht, sonst müssen wir ohne Sie starten!"

Individual: "Wann möchten Sie vom Hotel abgeholt werden?"

Wir also kurz überlegt: Ausschlafen, Packen, Frühstück, Auschecken ... also Transfer um 9:00 Uhr für eine 4:30 Stunden lange Fahrt, teilweise durch die 'Todesstraße'. Es handelt sich um die 160km lange Teilstrecke zwischen Luxor und Hurghada, die direkt durch die Wüste führt. Die Strecke führt durch ein Banditengebiet, darum wird geraten, hier nur im Konvoi zu fahren. Während der Nacht schalten Autofahrer aus Angst vor Überfällen häufig ihre Scheinwerfer aus, was die Situation zusätzlich verschärft und zu vielen schweren Unfällen führt.

Was ebenfalls nicht zur Beruhigung der Nerven beiträgt, sind Verkehrszeichen kurz nach Eintritt in das Wüstengebiet, die anzeigen, dass es keinen Handyempfang mehr gibt. Also nix is, mit mal eben Hilfe rufen ...

4 Stunden durch die Wüste fahren ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Aber da wir eine richtig große und komfortable Limousine hatten, kamen wir gut klar.

Für mich wesentlich schlimmer war das Teilstück bis zum Eintritt in die Wüste. Wir sind wie beschrieben, kurz nach dem Frühstück losgefahren. Auf den holprigen Straßen klopfte die Mixtur von Essen, Kaffee und Saft immer wieder an die Oberseite meines Magens und verlangten nach Ausgang. Holprige Straßen sind das Eine, aber in Ägypten gibt es (außer in der Innenstadt) keine Zeichen, die den Verkehr regeln. Es werden einfach vor und hinter jeder Straßeneinmündung Schwellen in die Straße eingebaut. Und zwar Straßenschwellen in einer Art, dass selbst draufgängerische jugendliche Einheimische diese lieber in maximal Schrittgeschwindigkeit genommen haben, um einen Achsbruch zu vermeiden.

 

El Gouna

El Gouna möchte so was sein, wie die schöne Tochter von Hurghada - und schön ist der Ort wirklich! Und so sauber, wie bisher kein anderer Ort in Ägypten.

Entstanden in den 90er-Jahren als Projekt eines ägyptischen Milliardärs, der den Ort am Reißbrett konzipieren ließ. Es wurden so viele künstliche Lagunen und Landzungen erschaffen, dass es fast kein Zimmer in den 18 Hotels gibt, das keinen Meerblick hat. Dem Stadtkern (das Wort 'Altstadt' verbietet sich hier von selbst - die Bewohner selber nennen es 'Downtown') fehlt so natürlich das Flair einer gewachsenen Kommune. Die Läden bestehen ausschließlich aus Touri-Shops und Restaurants und die Bezeichnung 'ältester Pub der Stadt' (bestehend seit drei Jahren!) ringt einem eher ein Lächeln ab ;-)

Ich hatte tatsächlich vor, eine normale Hose zu kaufen, da mir eine während der Reise gerissen war (wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann...). Hatte ich in El Gouna aber leider keine Chance - lediglich Jogginghosen sind mir zu Hunderten angeboten worden.

Wem wie uns die Preise für Wein in den Hotels zu teuer sind, der hat in El Gouna nicht so die große Auswahl an Geschäften, um dort Wein und/oder Bier zu kaufen, denn in arabischen Ländern ist Alkohol nun mal Teufelswerk ;-) Wir haben nach voriger Recherche eine Filiale der landesweiten Kette 'Drinkies' ausfindig gemacht. Die liegt wie bei uns die schäbigen Porno-Shops hinter den 'normalen' Läden. Zu finden hinter den Supermärkten (Best Way und El Mohandes) ganz rechts beim Parkplatz. Man bekommt auch blickdichte Plastiktüten, damit bloß keiner sieht, was man da gekauft hat. Das Angebot ist begrenzt, also nicht zu viel erwarten.

 

Hotel Mövenpick Resort and Spa *****:

Um das Urteil wieder vorweg zu nehmen: mal wieder ein Hotel, das am 'All-Inclusive' kaputt gegangen ist oder gerade kaputt geht!

Die guten Punkte zuerst:

Perfekte Lage (natürlich direkt am Meer) mit Liegeplätzen, die weit auseinander stehen. Die einzelnen Wohnebenen liegen allerdings so weit verstreut und verschachtelt, dass man sich nur sehr schwer zurechtfinden kann.

Viele Binnen-Pools, eine Lagune mit Meerwasser und ausreichend Platz zum Hinlegen.

Neben dem generellen Speiserestaurant für Frühstück und Abendessen gibt es noch drei 3 Themen-Restaurants, wo man gegen Aufpreis (der HP-Anteil wird gegen gerechnet) speisen kann.

Qualität und Auswahl der Speisen: sehr gut!

Preise für HP-Gäste (einige Beispiele):
Ein Glas (0,15 Liter! local) Wein: 5,50 Euro
ein Glas(one shot local) Ouzo: 6,40 Euro
4 Kugeln Eis: 9 Euro

Nicht von den angezeigten Preisen foppen lassen, sondern auch das Kleingedruckte lesen!! Der Preis für den Ouzo wird auf der Karte mit 100 EGP (also 5,00 Euro) angegeben. Inkl. Steuer und Bedienungspauschale landet man dann aber bei geschmeidigen 6,40... plus Trinkgeld!

Fahrt mit dem Tuk-Tuk kostet pro Strecke 25 Pfund oder 2 €. Die Jungs freuen sich, wenn Sie ihre angesammelten Euromünzen in Scheine umtauschen können, da sie Münzen bei den Banken nicht in Pfund eintauschen können.

Service (einige Beispiele)

Weinbestellung:

Wir warten vor dem Pub des Hotels, es kommt keine Bedienung. Ich gehe rein, bestelle 2 Glas Weißwein. Es folgte die Rückfrage "All Inclusive?" Ich antworte wahrheitsgetreu mit nein. Es kommen 2 Gläser Ros&eaccent;wein wieder mit der Frage (vom selben Kellner) "All Inclusive?" Ich antworte wieder wahrheitsgetreu mit nein. Wir behalten netterweise den gebrachten Wein - sind ja flexibel ;-) Nach einer Weile frage ich nach der Rechnung. Ihr könnt ahnen, was der Kellner fragte? RICHTIG! "All Inclusive?"

Abendessen mit der (All-In-)Meute. Wir bestellten ein Wasser und einen halben Liter Rotwein (sind ja flexibel ;-). Gebracht wurde ein halber Liter Weißer, der aber von Oberkellner sofort umgetauscht wurde. In der Zwischenzeit kam das Wasser von einem anderen Kellner. Der Oberkellner war tatsächlich sofort zurück und dann schenkte der Kellner, der neben mir stand, meiner Frau (die gegenüber saß) das Wasser ein, und der Oberkellner (stand neben meiner Frau) schenkte mir gleichzeitig überkreuz ein - natürlich nicht, ohne jeweils Einiges der Flüssigkeit auf dem Tisch zu hinterlassen!
Lass mich noch mal nachzählen: Wie viel Sterne hat dieses Etablissement?

Nächstes Low-Light der Getränkebestellung, bzw. -lieferung:
wir bestellten wieder einen halben Liter Rotwein und bekamen zwei schlecht eingeschenkte Gläser serviert (oben benannte 0,15 Liter). Auf unsere Reklamation hin wurde uns gesagt, dass wir gleich noch zwei Glas nachbekommen würden. Dafür haben wir dann 300 EGP statt wie am Vortag 225 EGP bezahlt (jeweils plus Steuer und Bedienungspauschale)

Teil 4 der überforderten Bedien-Crew: Ich hatte schon keine Lust mehr auf Wein, meine liebe Frau wagte es, und bestellte ein Glas Wein. Es kommen: ZWEI Glas Wein und auf der Rechnung finden wir: DREI Glas Wein! Nach Reklamation wurde dann eins wieder zurückgenommen.

Wir haben uns dann entschieden, hier einfach nicht mehr zu essen - eigentlich schade, denn die Qualität des Essens war wirklich klasse! Aber wir wollten nicht sehenden Auges jeden Abend unnötige Diskussionen mit dem Service führen müssen...

Dann entschieden wir uns 'Downtown' zu erkunden und fragten an der Rezeption, wie man am besten dahin kommt. Als Antwort bekam ich (wieder frei übersetzt): "Entweder Taxi oder Shuttle oder Tuk-Tuk oder zu Fuß - alles da draußen..." Ich fragte dann nach einer Straßenkarte, die ich wortlos in die Hand gedrückt bekam. Von Hotels mit wesentlich weniger Sternen kenne ich das so: "Sie sind hier und am besten nehmen Sie folgenden Weg...", woraufhin dann Weg auf der Karte eingezeichnet wird.

Das Konzept mit dem All-In bzw. Halbpension haben wir erst am letzten Abend von einem netten Kellner an der Lagunen-Bar erklärt bekommen: HP-Gäste bekommen bei einem bestellten Glas die Menge von 0,15l - All-In bekommt die doppelte Menge! Wenn man das aber nicht weiß, und vom Service auch nicht einheitlich bedient wird, kommt man mit den gereichten Getränken nicht so ganz klar.

Bei der eben erwähnten Lagunen-Bar gab es am Samstag ein Grill-Buffet, zu dem man sich anmelden musste, und das (für HP und All-In) zusätzlich 12 Euro kostete. Und das zusätzliche Geld war es wirklich wert! Als Vorspeise leckere arabische Mezze, und zum Hauptgang konnte sich jeder Gast unter 6 Möglichkeiten 4 Fleischgerichte aussuchen, die dann fertig gegrillt an den Tisch gebracht wurden. Und zwar auf einem Mini-Grill, in dem unten noch glühende Kohle lag, um das fertig gegrillte Fleisch warm zu halten. Dazu Reis und Okra-Schoten. Alles super zart und prima gewürzt. Phantastisch!

Dieses Hotel ist auch als Kite-Surf-Hot-Spot bekannt (ich 'liebe' diese Aneinanderreihung von Anglizismen...). Und für Kite-Surfen braucht man: Wind - und den gibt es reichlich an der Bucht des Hotels. Aber Wind in Stärken 5-6 wirken für den normalen Strandbesucher eher lästig - besonders, wenn es mal gerade so um die 20 Grad hat.

So verbrachten wir die ersten vier Tage voll bekleidet auf den Liegen am Strand. Angenehm und fast windstill wurde es erst an unserem letzten Tag. Sehr schade.

Rückreise nach Hamburg

Am 4. März endete unser ägyptisches Abenteuer. Der rührige Herr Attia hatte uns am Vorabend noch einmal angerufen und sich nach unserem Befinden erkundigt. Wirklich sehr lieb! Um die Mittagszeit erschien dann unser Fahrer, um uns zum Flughafen Hurghada zu bringen. Fast die ganze Zeit quatschte er per Handy mit einem Kumpel, der wohl juristische Problem hatte. Zwischendurch schlingerte der Wagen leicht, da der Fahrer immer wieder das Steuer losließ, um seine Kommentare mit Gesten zu untermalen. Wir sind dann aber heil angekommen.

Und nun gings los: Frage des ersten Kontrolleurs am Flughafen: "Sie wollen nach Hamburg fliegen? Heute? Wirklich?" Das war ja so was von komisch (Ironieglocke!!). Dann ging es durch sich wiederholende Sicherheitsschleusen (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen?), mit dem unfreundlichsten Personal, das ich je erlebt habe! Die Damen und Herren konnten sich nicht auf Englisch mit den Fluggästen verständigen, wenn es was zu beanstanden gab, sondern trieben uns mit Gesten, bösen Blicken und einem 'schneller, schneller' voran. Wirklich ein sehr netter Umgang mit Gästen! Man musste sich schon sehr im Griff haben, um nicht zu explodieren.

Nach der letzten Schleuse und dem ultimativ letzten Stempel ging es dann aber tatsächlich pünktlich los.

 

In Hamburg angekommen, legten wir im wahrsten Sinne des Wortes einen 'Kaltstart' hin, denn unsere Heizung war ausgefallen! Und ... Ja! Es war Winter, und ... Ja! Es war kalt! Das ganze Haus war auf 12 Grad abgekühlt, so dass wir erstmal den Notdienst holen mussten... Und das bei der immer noch anhaltenden Bronchitis meiner Frau!

 

Damit endet unsere erste Reise des Jahres!
Das Fazit fällt für mich sehr positiv aus - für meine Frau etwas weniger aus mehreren Gründen:

Wir wussten Beide, dass man sich in arabischen Ländern nicht so frei bewegen kann, wie in unseren 'üblichen' Urlaubsregionen, aber der Spaßfaktor, den wir sonst auf unseren Reisen hatten, ist diesmal aber leider deutlich zu kurz gekommen!

Der nächste Bericht erscheint auf diesem Kanal Anfang April - dann gehts nach Budapest!

 

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